Während des World Design Capital 2026 Frankfurt-Rhein/Main finden sehr viele schöne Veranstaltungen statt. Ein Programmpunkt, den wir mitgestalten dürfen, sind die DEMOKRATIEKIOSKE. Hier werden bestehende Orte mit Kiosk-Qualitäten (echte Kioske und andere Versammlungsorte) zu DEMOKRATIEKIOSKEN, an denen jeweils ein umfangreiches Workshop-Programm realisiert wird, das für Besuchende kostenfrei ist.
Wir werden heute mit zu Gast im STADTHOF HANAU sein, einem offenen Ort gleich am Marktplatz, in dem einst ein mehrgeschossiges Warenhaus war. Besucht uns dort von 15–18 Uhr und versucht euch im STADTSTEMPELN. Es wird sicher auch trockene Momente geben, in denen der Marktplatz und Umgebung erkundet werden kann.
Unsere Gastauftritte bei den Demokratiekiosken:
12.6. Hanau (offener Workshop für Alle, Treffpunkt: Stadthof) 15-18 Uhr
Industrie-Architektur trifft Gartenstadt – eine Workshop-Reihe in Leipzig
4 Termine, 2 Orte, 20 Teilnehmende – wir sind sehr zufrieden und beglückt über eine neue kleine Kooperation in Leipzig: Architektur-Input, Stadtführung und STADTSTEMPEL-Workshop in einem, zusammen mit Kim Junker (Architektin M.A. und unsere Residency-Bekanntschaft aus der HALLE14, Zentrum für zeitgenössische Kunst, Leipzig: da wir uns so für Orte interessieren und Details erkunden, finden wir das erwähnenswert…). Was wir aus dieser Workshop-Reihe mitnehmen? Menschen zum „slow down-Drucken“ angeregt, Kontakte geknüpft, über die Methode gesprochen, analoges Miteinander, neues entdeckt zu haben. Zum Beispiel: Es gibt richtig viele verschiedene Keller-Gitter, ein Bagger reicht für 1 Stunde Knetstempel-Druck fast nicht aus, so viel ist da zu finden, Autoreifen haben eine gewisse Sogwirkung, Holzwurm-Löcher sind besonders schön im Knetstempel-Druck anzusehen, Kim hat viel zu erzählen. Wir kommen wieder, Westwerk und Meyer‘sche Häuser!
Sommer 2026 in Leipzig: STADTSTEMPEL-Workshop im Rahmen des Grünauer Kultursommers
Das Stadtstempel-Projekt zu Gast in Grünau! Wir erkunden verschiedene Stationen entlang einer Route, an denen die Teilnehmenden mit Knetstempel Reliefstrukturen im öffentlichen Raum abnehmen und per Stempelfarbe auf Papier drucken. Angebot mit Anleitung und gemeinsamem Start und Ende. Kinder bis 9 Jahre nur in Begleitung von Erwachsenen. Begrenzt auf 20 TN.
Im Mai in Leipzig: STADTSTEMPEL-Workshops mit Architektur-Input
Herzliche Einladung zu vier STADTSTEMPEL-Workshops & Architektur-Inputs im Mai! Rund um das Westwerk in Leipzig-Plagwitz, sowie rund um die Meyer’schen Häusern in Leipzig-Kleinzschocher wird gelauscht, gesucht, gefunden, gestempelt, kooperiert. Diesmal arbeitet Lena zusammen mit Kim (Architektin, M.A.) und freut sich auf den Austausch! Hier gibt es alle Infos zu den vier Workshop-Abenden im Mai.
Anfang März haben wir die Freiluft-Workshop-Saison in Siegen eröffnet.
Es ist immer wieder schön, sich mit vielen Augen sehend und vielen Händen fühlend und gestaltend einer neuen Stadt und deren Entdeckung zu widmen. Ausgehend vom Workshop entstanden Gespräche darüber, wie wir die städtische Umgebung anders nutzen können, als geplant, und dass Städte insgesamt noch viel bürger-freundlicher werden müssen – mehr Grün, mehr Sitzgelegenheiten, weniger Beton…
Vielen Dank für die Einladung an das MGK Siegen und dessen Kunstvermittlung.
Ein Abend zwischen Büchern und Wänden mit Lena Schrieb & Marina Kampka.
Das Ende der Ausstellung „least common multiple“ (dt: kleinstes gemeinsames Vielfaches) im Projektraum der HALLE14 (bis 20. Februar) markiert einen Abschluss und neue Anfänge. Die prozesshaft erarbeitete Wandgestaltung von Lena Schrieb hat eine abschließende Form gefunden, in der sich breite Pinselspuren, schemenhafte Buchseiten, grafische Zeichnungen und dreidimensionale Drucke überlagern. Die gestaltete Wand verschwindet nach der Ausstellung wieder hinter neutralem Weiß. Zur Wandgestaltung erscheint die grafische „Edition Falz“, die am heutigen Abend präsentiert wird. Ebenso präsentiert wird die 1. Auflage der „unbooking unbooking“ Bücher von Marina Kampka, in der jedes einzelne Exemplar der ursprünglich gleichen Print On Demand-Publikationen zum Unikat wird. Eröffnen wird den Abend Claudia Gehre mit einem Rückblick auf die Ausstellung und einer Betrachtung der fertig gestellten Wandgestaltung, dieser schließen sich Lena Schrieb und Marina Kampka mit ihrer Buch bzw. Edition-Vorstellung an. Abschließend gehen die beiden Künstlerinnen in ein interaktives, experimentelles Gesprächsformat mit Jenny Starick (Leiterin der Kunstbibliothek der HALLE 14) und Claudia Gehre (Leiterin des Studioparogramms). Grundlage des Gesprächs sind vorab ausgewählte Textpassagen aus Büchern der Bibliothek, die assoziativ zur Arbeit des Duos (pari-pari) passen.
Ort:
HALLE 14 / Zentrum für zeitgenössische Kunst Leipziger Baumwollspinnerei Spinnereistr. 7 www.halle14.net
Letzte Woche haben wir in Leipzig „Klausur“ gehalten. Dieses Ritual pflegen wir seit drei Jahren und es ist uns wertvoll geworden: Wir schauen zurück und schließen das alte Jahr ab und schauen voraus – was das neue Jahr verspricht, Schwerpunkte sein können, besprechen Wünsche, Erwartungen und „Weichenstellungen“. Das sind intensive 2,5 Tage, in denen Pausen, Abendprogramm und Spaziergänge eine ebenso große Rolle spielen, wie reden, schreiben, nachdenken, neue Methoden ausprobieren und visionieren.
Was uns dieses Jahr begleitet hat, ist eine nachhaltige Faszination an Kooperationen, der Kraft des Zusammenarbeitens, des Potenzials der Gruppe – und kreativen Prozessen, die nicht das Ziel haben, eine individuelle Position (bzw. Werk) zu entwickeln, sondern einen gemeinsamen Prozess, ein gemeinsames Erlebnis (und vielleicht Ergebnis) befördern.
Wir haben auch mal das „Buch-Orakel“ befragt… und nebenbei vielleicht eine neue Methode für uns (wieder)entdeckt: analoges browsen.
Der Aktionstag Museum für Alle! Offenbach geht in die 3. Runde. Wir dürfen die Veranstaltung wieder grafisch begleiten. Die möglichst barrierearme Gestaltung erscheint im neuen Farbkonzept.
Die Offenbacher Museen widmen diesen Tag inklusiven Angeboten (vor allem Einfache Sprache und Gebärden-Übersetzung) und prüfen jeweils ihre Barrierefreiheit: Zugänge, Eintrittsgelder, Hemmschwellen… Der Eintritt ist frei und es gibt zahlreiche interaktive Angebote wie Führungen und praktische Workshops. Alle sind willkommen.
10.1.–20.2.2026 Ausstellung „least common multiple“
Eröffnung: 14 Uhr im Rahmen des Rundgangs der SpinnereiGalerien am 10. Januar 2026, 11–19 Uhr Projektraum der HALLE 14
Öffnungszeiten der Ausstellung: Dienstag–Freitag, 11–18 Uhr Talk, Finissage & Book Launch: 19. Februar 2026, 19 Uhr
Im Projektraum der HALLE 14 stehen sich eine wachsende Arbeit, die Wandgestaltung von Lena Schrieb und „unbooking (un)booking“ von Marina Kampka gegenüber. Sie behandeln die Interaktion zwischen Mensch und Objekt, Konstruktion und Dekonstruktion in Form von Video, Buch, Druckgrafik, Malerei und Zeichnung. Zirka vierzig Quadratmeter Wand begegnen in der Präsentation „least common multiple“ dem auffällig kleineren Buchraum, einer Print-On-Demand-Publikation von Marina Kampka, sowie einer Video-Arbeit. Lena Schrieb, Heimspiel-Stipendiatin der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen von 2025, baut ihr Motiv schrittweise auf, indem sie mit verschiedenen Werkzeugen Bezüge zu Raum und Büchern schafft, welche in unmittelbarer Umgebung des Projektraums in der Bibliothek der HALLE 14 auf ihre Nutzung warten. Sie ist am Anfang der Ausstellung bei der Arbeit auf dem Gerüst anzutreffen.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Marina Kampka „unbooking (un)booking“: Format 10,8×17,5 cm (Detail, Pocketbook), LULU Print on Demand Service, 2026
Lena Schrieb Wandgestaltung „Fliegende Tische“ (work in progress) Offenbach, 2024
Beim Projektparcours der Eröffnungsfeier am 16.1.25 des „Hauptstadtjahres“ für Frankfurt – denn Frankfurt ist in diesem Jahr „World Design Capital“ (WDC) – durften wir unsere erste runde Wand bespielen und ein Graphic Recording mit der Knetstempeltechnik anfertigen. So füllte sich eine Doppelseite in unserem Buch „Doppelseite: Rot, Blau, Schwarz, Grün“ im Laufe des Abends mit Abdrucken von Mensch und Raum in Form von Strukturen, Knöpfen, Zähnen, einem Bundesverdienstorden, Schmuckstücken, Beschriftung … (in grün und rot).
Unser „STADTSTEMPEL-Projekt“ ist im Rahmen des WDC-Jahres an verschiedenen Stellen eingebunden, z.B. in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Gestaltung Offenbach und der Geschichtswerkstatt Offenbach im Projekt „Geschichtsabdrucke“ (wir berichteten über die Workshops, die bereits im Mai 2025 stattfanden). Zudem werden wir Workshops an drei der elf „Demokratiekioske“ geben, Orte im öffentlichen Raum des Rhein Main Gebiets, an denen ein kostenfreies interaktives und sehr vielseitiges Programm zwischen Mai und September stattfinden wird.
Im Oktober 2025 haben wir eine Workshopreihe gestartet, die uns einmal im Monat bis in den nächsten Sommer hinein mit einer Gruppe von Stipendiatinnen des SABA Projekts zusammenbringt.
Das SABA Stipendienprogramm „…unterstützt Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung mit empowernden Settings und finanziellen Ressourcen dabei, einen Schulabschluss nachzuholen, so dass sie berufliche Perspektiven entwickeln und in eine selbstbestimmte Zukunft blicken können.“ (https://www.crespo-foundation.de/de/programme/saba) Das monatliche Kreativprojekt ist ein besonderes Element des Stipendiums und wird in verschiedenen Disziplinen angeboten.
Unsere Workshops findet in Offenbach statt – vor allem in der Druckwerkstatt im Bernardbau. Methodisch bewegen wir uns innerhalb der Themen Druck (vor allem Monotypie und Schriftdruck), dem Büchermachen, Zeichnen und Schreiben. Dabei loten wir gemeinsam aus, was konkret und was abstrakt dargestellt werden kann, wann Bilder anfangen, zu erzählen und wie die Reihung vom Bild zum Buch führt. Bisher haben wir 4 Einheiten zusammenverbracht und freuen uns, vom weiteren Verlauf zu berichten.
SABA Kreativprojekt Einheit 1 (2025) – Gemeinschaftsarbeit Knetstempel+Aquarell
Stempelworkshop im Museum Gunzenhauser, im Rahmen der Ausstellung "Best of II – Visitor's choice, Foto: Theodor Müller
Alltag × Museum – Pochen im Museum Gunzenhauser, Chemnitz
Wir waren am 15.11.25 eingeladen, einen Workshop-Teil in der Austellung Best of II – Visitor’s Choice im Museum Gunzenhauser in Chemnitz durchzuführen, eingeladen von Pochen (Spinnerei e.V.). Die Teilnehmenden erkundeten das Haus, Orte des Alltags im Museum, realiefartige Strukturen an sich und den Anderen, teils mit dem Ziel, eine T-Shirt-Edition zu erstellen.
Stempelworkshop im Museum Gunzenhauser, im Rahmen der Ausstellung „Best of II – Visitor’s choice, Foto: Theodor Müller
Talk mit dem Kollektiv Raumstation in der Alten WU (Archiv der Aneignung x Stadtstempel-Projekt)
Neben der praktischen gestalterischen und vermittelnden Arbeit rund um das Stadt- oder auch Knet-stempeln, setzen wir uns auch theoretisch damit auseinander und treten mit verschiedenen Partner_innen in den Dialog, um Gedanken zu sortieren, Blicke aus anderen Disziplinen hinzuzunehmen und zu erörtern, was die Methode kann und (in uns) hinterlässt.
Im Rahmen der Vienna Design Week haben 3 diskursive Formate, hier „Sichtungen“ genannt, stattgefunden: Ein Talk in der Ausstellung im musa mit der Architektin und Buchkünstlerin Anna-Maria Wolf und dem Mediensoziologen Marc Ries, ein gemeinsames Analysieren von Methoden zur Raumaneignung zusammen mit Kollektiv Raumstation Wien in der Alten WU und ein Gespräch mit Kai Rosenstein vom Team des World Design Capital Frankfurt/Rhein Main 2026 im Rahmen deren Auftritt bei der Vienna Design Week.
Es folgt ein Auszug aus dem Gespräch am 27.9.25 mit Anna-Maria Wolf und Marc Ries:
MK Im öffentlichen Raum ist man unter Beobachtung. „Was machen die da?“ Hin und wieder sprechen Leute uns an. Man kommt den Dingen schließlich sehr nah. Man berührt sie und macht etwas, was man von aussen nicht so richtig einschätzen kann in dem Moment.
LS Es steckt auch eine Utopie dahinter – die ganze Welt aufnehmen zu wollen. Wir haben jetzt in Wien vielleicht insgesamt zwei Quadratmeter Stempeldruck gemacht. Das kann unendlich weitergehen.
Das Arbeiten mit der Knete ist so niedrigschwellig, dass andere das nun auch viel machen. Es ist spannend zu wissen, dass andere zeitgleich auch mit Knetstempel arbeiten, irgendwo auf der Welt. Wir sehen Videos aus Bogotá oder aus Spanien oder manchmal auch nur aus der Nachbarstadt, wo dann plötzlich die gleiche Methode im öffentlichen Raum angewendet wird. Das ist auch ein bisschen irritierend, aber auch interessant, dass das so ansteckt. Dass alle berühren wollen und fasziniert sind davon.
AMW Man kann schon sagen, dass Menschen immer dieses Gefühl haben oder dieses Bedürfnis etwas festzuhalten. Eigentlich ist dann der Fotoapparat oder mittlerweile ist die Fotofunktion am Mobiltelefon, die gängigste Methode. In der heutigen Zeit, wo die Speicherkapazität unendlich ist und man fotografiert ohne Ende, hat man tausende Fotos und schaut sie nie wieder an. Von dem her ist es eine totale Konzentration mit der Stempeltechnik, dass man wirklich eine präzise Auswahl trifft, was man jetzt genau eigentlich festhalten möchte. Und das Festhalten, beim Halten ist es schon diese Haptik eigentlich integriert im Wort. Also man möchte etwas halten – und halten ist berühren. Und wenn man ein Foto macht mit dem Telefon oder mit dem Fotoapparat, dann hat das ja nichts mit Berühren zu tun. Es braucht sogar die Distanz damit es funktioniert.
LS Es ist nur die Fingerspitze auf dem Display.
AMW Genau, aber der Gegenstand, der abgebildet wird, der wird nicht berührt. Wenn ich so nah hingehe, dann wird das Foto nichts. Also von dem her ist ja das Festhalten eigentlich mit der Knetstempel-Technik wirklich direkt möglich. Also dass man wirklich ganz nah hingeht und wirklich nur sich einmal auch Gedanken darüber macht, welchen Ausschnitt möchte ich denn jetzt überhaupt festhalten. Und nicht: Ich mache mal so ein großes Foto und dann kann ich mir später ja noch immer reinzoomen, was ich jetzt genau anschauen möchte.
MR Ich glaube die Verzweiflung ist schnell einmal da mit dem Stempel vor einer unheimlichen Vielfalt an Dingen zu stehen. Und dann aber sehr wohl auswählen zu müssen und immer sich klar zu machen, ich kann nur einen winzigen Teil aufnehmen, mitnehmen, berühren, wie auch immer. Also die Auswahl, diese Kunst des Wählens, des Auswählens, die kommt da dazu. Und am Anfang ist man wahrscheinlich euphorisch und will halt alles Mögliche. Aber irgendwann ist klar, es bleibt bei so ganz minimalen Spuren.
(…)
vlnr: Marc Ries, Marina Kampka, Lena Schrieb, Anna-Maria Wolf
Vom 26.9. bis 5.10 fand im musa, dem Ausstellungsort für Wiener Gegenwartskunst des Wien Museums im Rahmen der Vienna Design Week unsere Ausstellung „Die bekannte Unbekannte – das STADTSTEMPEL–Projekt Wien Formenarchiv“ statt.
Die Ausstellung füllte sich im Rahmen der Woche mit den ca. 400 in Wien abgenommenen und gedruckten Motiven – „Unbekannten“, die wir uns im Laufe der Zeit in Wien vertraut machten. Nach und nach entstand eine Nahaufnahme des öffentlichen Raums Wien in vielen kleinen Ausschnitten – und damit eine beständige Annäherung und Aneignung desselben unsererseits.
Zu Beginn der Ausstellung entwickelte sich zunächst eine räumliche Struktur aus dem Ausstellungsmöbiliar – 50 Klappkisten (eigentlich vor allem für den nachhaltigen Gemüsetransport gedacht und mit freundlicher Unterstützung der Polytec-Group für den Austellungszeitraum geliehen). Klapp- und Gemüsekisten und deren Strukturen begleiten uns schon eine Weile zu unserer papiernen Archiv-Arbeit – ein schönes Pendant zu dem Anhäufen, Verstauen und Transportieren.
Neben der quasi performativen Arbeit des Druckens und Sammelns im öffentlichen Raum bekam das Wien-Formen-Archiv im musa ein temporäres „Zuhause“ – in dem wir gern zu Gast waren. In der Zwischenzeit ist es nach Frankfurt gereist – wo es im Rahmen des „World Design Capitals 2026“ gezeigt werden wird – wo und wann ist uns noch unbekannt, wir werden berichten.
Im Shop des „Wien Museum musa“ werden bis Jahresende STADTSTEMPEL DIY-Stempel-Sets und ausgewählte Postkarten aus der RISO-Edition erhältlich sein.
Während der Vienna Design Week fanden drei Workshops im öffentlichen Raum in sehr verschiedenen Settings in unterschiedlichen Wiener Bezirken statt, über die wir gerne berichten:
26.9. / 5. Bezirk / Treffpunkt neunerhaus Café Begleitet von Clemens Foschi (Caritas Wien) entdeckten wir inhaltlich wie auch druckend vor allem Höfe und Geschichte der Wiener Gemeindebauten, von denen es im 5. Bezirk zahlreiche und prominente gibt. Der Workshop begann im neunerhaus Café, einem warmen Ort, an dem hochwertige Speisen und Getränke vor allem für von Obdachlosigkeit betroffene Menschen zubereitet werden – und der alle Menschen einlädt, hier einzukehren (auf Spendenbasis) und endete am ersten Wiener Hochhaus.
28.9. / 9. Bezirk / Archiv der Aneignung x STADTSTEMPEL-Projekt Treffpunkt: Alte WU, Archiv der Aneignung In Zusammenarbeit mit dem Kollektiv Raumstation Wien wurde kollektiv im gemeinsamen Workshop das „STADTSTEMPEL Alte WU-Archiv“ angelegt, welches im „Archiv der Aneignung“ verbleibt. Dieses sammelte im Rahmen der Vienna Design Week ebenfalls als Projekt der „Stadtarbeit“ Spuren der aktuellen Zwischennutzung des gigantischen Geländes, welches nur eine kurze Episode der eigentlichen Nutzung erfuhr, heute sehr vielfältig genutzt und belebt wird und dem wahrscheinlich der Abriss droht. Gemeinsam archivierten wir Spuren vergangener und aktueller Nutzungen auf dem Aussengelände und im Innenraum.
3.10. / 4. Bezirk / Festival-Zentrale Treffpunkt: Stand des World Design Capital 2026 Frankfurt RheinMain Traditionell nutzt die Vienna Design Week Leerstände als Orte für ihre Festivalzentralen – dieses Jahr eine Infrastruktur einer ehemaligen Auto-Werkstatt inkl. großem Freigelände und Halle, die sich ganz ungeahnt hinter einer Durchfahrt gleich an der Straßenbahn-Haltestelle „Mayerhofstraße“ entfalten. Ausgangspunkt des Workshops war hier der Messe-Auftritt des WDCs, per Knetstempel erkundet wurden Reifen und andere Überbleisel, das Stadtholzarchiv und die nahe urbane Umgebung auf der Wiedner Hauptstraße.
Wir danken allen Teilnehmenden und Kooperationspartner_innen der Workshops!
Eine Idee aus Zürich – in Wien realisiert: Die STADTSTEMPEL-Archivkarten, eigentlich Originale und Unikate in Auflage und in Farbe reproduzieren – per Risografie-Druck. Was eigentlich eine Idee von Lena aus Zürich war, nämlich dort im Kulturbüro auf dem Riso eine kleine Edition zu drucken und aus Zeitgründen auf einen anderen Zürichaufenthalt verschoben wurde – realisierten wir in Wien in Zusammenarbeit mit SOYBOT, einem Riso-Studio vor Ort in Wien. Entstanden ist eine kleine Edition – 8 Motive in je 3 Farben zu einer Auflage von 20 Stück pro Farbe. Zur Zeit beehren wir Freunde und Familie mit diesen Grüßen aus Wien und ausgewählte Motive sind im Shop des musa Museums Wien bis Jahresende erhältlich. Im nächsten Jahr werden die Karten auch an anderen Orten erwerbbar sein – z.B. im Rahmen der Ausstellung des Wien-Archivs in Frankfurt und beim Hot Printing Festival.
Ab nächste Woche sind wir zu Gast in Wien: Das STADTSTEMPEL-Projekt ist eins von 3 Projekten, die dieses Jahr das Programm der STADTARBEIT der Vienna Design Week gestalten dürfen. „Bei der Stadtarbeit geht es um die Gestaltung urbaner und sozialer Räume in ihrer Vielgestalt und Komplexität.“ Es werden Projekte kuratiert, die (Social) Design, den öffentlichen Raum und Teilhabe verbinden. Wir freuen uns, das STADTSTEMPELN in diesem Kontext zu erforschen und haben ein vielfältiges Programm zusammengestellt.
Während der Zeit in Wien entsteht das STADTSTEMPEL Wien Archiv, welches in der musa Startgalerie in Form einer Ausstellung (work in progress) verortet sein wird, es finden Workshops und Archiv-Sichtungen statt. Zwischen den Terminen sind wir archivierend und druckend im Stadtraum unterwegs – im Dialog mit Menschen und Orten. Wir nehmen gerne Orts- Empfehlungen entgegen, an denen Wien stadtstempelnd archiviert werden soll, meldet euch gerne bei uns.
Zudem launchen wir im Rahmen der VDW einen Online-Shop, in dem T-Shirts mit einzelnen, vergrößerten Wien-Motiven print-on-demand bestellt werden können. Die Motive können so -auf dem Rücken- wieder zurück auf die Straße und in den öffentlichen Raum getragen werden – in Wien oder anderswo.
Chinesische Steinabreibungen – Zwei Begleitworkshops im Museum für Druckkunst, Leipzig
Das Stadtstempel-Projekt ist zu Gast im Museum für Druckkunst. Die aktuelle Ausstellung (26. April bis 31. August 2025) gibt Anlass, mit Knete, Stempelfarbe und Papier eigene Kompositionen drucken. Dabei gehen wir auf Formensuche im Haus und spüren Reliefs auf, die sich 1:1 auf Papier übertragen lassen. Das Metall der Maschinen, die weiche Knete und die Stein-Reliefe aus China werden hier auf ganz eigene Weise erforscht und zusammengebracht.
Termine:
Mittwoch, 30. Juli 2025, 10-13 Uhr &
Sonntag, 31. August 2025, 13:30-16:30 Uhr
Konzept und Durchführung: Lena Schrieb & studio pari-pari
Ein Projekt von studio pari–pari ist das STADTSTEMPELN, welches immer mal wieder in anderen Städten gastiert, eingeladen wird, wie ein Chamäleon „verschiedenfarbig“ changiert und verschiedene Rollen einnimmt: meist in Form von Archiv-Arbeit, Workshops, einem Künstlerinnenbuch, Kooperationen. Ende Juni 2025 sind wir druckend in Zürich unterwegs. Alle sind eingeladen, sich uns anzuschließen, entlang einer Route durch die Stadt und über den See, oder beim Familienworkshop auf der Josefwiese. Ein weiterer Workshop mit Augenmerk auf individuelle Gestaltung und Komposition ist ebenso mit im Programm, dieser findet statt mitten im Kreis 3.
Wir geben Einblick in die wichtigsten Kniffe einer seit ein paar Jahren von uns ausgekundschafteten Technik. Wir vermitteln Grundlagen im Umgang mit Knetstempeln auf Papier. Die Open Class ist ein halbstündiges Gesprächsformat und gibt Tipps und Anregungen zum „STADTSTEMPELN“. Auch ist Zeit für ein paar individuelle Fragen. Bisher haben fünf dieser Crashkurse stattgefunden und es ist faszinierend, wer alles daran interessiert ist, ähnliche Wege zu gehen.
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